„Courage“ gezeigt

Musicals sind „voll im Trend“. Auch Schulen haben die Gunst der Stunde und des Publikums entdeckt und treten mit bunten Kostümen, flotten Choreographien und peppigen Popsongs in einen kreativen Wettbewerb – ganz im neoliberalen Sinne der Kultusminister von einer angeblich selbstbestimmten eigenverantwortlichen Schule. Auch unsere Schulgemeinschaft erlebte im September die Uraufführung eines Musicals und setzte damit die Tradition jahrgangsübergreifender Musiktheaterproduktionen fort. Doch „Courage“ bediente nicht die gängigen Hör- und Sehgewohnheiten des Genres mit Erfolgsgarantie. Musiklehrer Werner Haas zeichnete das Abschiebedrama einer vietnamesischen Familie aus dem thüringischen Städtchen Bleicherode nach. Und er setzte mit seinem Musical den „kleinen Leuten“ ein Denkmal, weil sie mit Mut und Ausdauer der Menschlichkeit zu ihrem Recht verholfen haben.

Die folgenden zwei Beiträge geben einen Einblick in die komplexe Projektarbeit, die den Schulalltag gehörig aus dem Tritt (und dem Trott) bringen kann – aus Schüler- und aus Lehrersicht.

Musical aus dem Nichts

Ich erinnere mich noch an die Streitereien unter uns Schülern: Welches der vorgestellten Musicals wollten wir aufführen „Anatevka“, „Westsidestory“ oder „Linie 1“ ? Und dann tauchte plötzlich – wie aus dem Nichts – „Courage“ auf. (Ein Bericht von J. P. Haase)

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Irre Idee und eindrucksvolles Erlebnis

Was für eine „irre Idee“! Zweihundert Mitwirkende nach Bleicherode zu bringen – samt Bühnenbildern, Kostümen, Instrumenten, Notenständern, Beleuchtung. (Ein Bericht von G. S. Förster-MzD)

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